Eigenen Solarstrom mit Ladegästen teilen — ohne auf Energy Sharing zu warten
Du hast eine PV-Anlage oder ein Balkonkraftwerk — und tagsüber wandert dein Überschuss für ein paar Cent ins Netz, während dein Auto auf der Arbeit steht. „Energy Sharing" soll das ändern, heißt es. In der Praxis ist das aber ein Zukunftsversprechen. Für das, was die meisten eigentlich wollen — den eigenen Sonnenstrom sinnvoll an jemanden weitergeben, der lädt — gibt es schon heute einen Weg: das Sonnenfenster.
Dein Überschuss ist im Netz fast nichts wert
Rechnen wir kurz nach. Für überschüssigen Solarstrom, den du ins öffentliche Netz einspeist, bekommst du aktuell rund 7,78 Cent pro Kilowattstunde. Beziehst du selbst Strom, zahlst du ein Vielfaches davon. Jede Kilowattstunde, die du einspeist statt selbst zu nutzen, ist also ein schlechtes Geschäft — sie verlässt dein Haus für einen Bruchteil ihres Werts.
Das Ärgerliche: Mittags, wenn deine Anlage am meisten liefert, steht dein eigenes Auto oft gar nicht zu Hause. Genau dann könnte aber jemand anderes laden — ein Nachbar, ein Kollege, ein Besuch. Wenn dieser Strom statt für 7,78 Cent in sein Auto fließt, ist er für dich plötzlich deutlich mehr wert, und der andere zahlt trotzdem weniger als an der öffentlichen Säule (oft 39 bis 59 ct). Beide gewinnen — die Frage ist nur, wie man das sauber organisiert.
Energy Sharing klingt nach der Lösung — ist es aber (noch) nicht
Seit Juni 2026 fällt dazu ständig ein Begriff: Energy Sharing nach § 42c EnWG. Endlich Solarstrom mit anderen teilen, so der Tenor. Der Haken: Energy Sharing meint, Strom aus erneuerbaren Anlagen über das öffentliche Verteilnetz rechnerisch mit anderen im selben Netzgebiet zu teilen — nicht den Ladevorgang an deiner Wallbox. Und es ist an Voraussetzungen geknüpft, die es vorerst zäh machen:
- Smart Meter Pflicht: Es braucht ein intelligentes Messsystem mit 15-Minuten-Werten und zwei getrennte Verträge. Solange der Rollout erst anläuft, sind die meisten Haushalte außen vor.
- Voller Kostenblock: Anders als in einigen Nachbarländern ist Energy Sharing hierzulande nicht privilegiert — Netzentgelte, Abgaben und Umlagen fallen weiter voll an. Der Preisvorteil bleibt schmal.
- Eher Zukunft als Sofort-Hebel: Die Richtung stimmt, aber bis es für normale Haushalte spürbar etwas bringt, vergehen Jahre.
Mehr dazu im Detail im Ratgeber Energy Sharing vs. Wallbox teilen. Die Kurzfassung: Für „Solarstrom übers Viertel verteilen" ist § 42c gedacht — für „mein Nachbar lädt günstig bei mir" ist er der schwere Umweg.
Der Weg, der heute funktioniert: das Sonnenfenster
Das Sonnenfenster löst genau den direkten Fall — ganz ohne Netz, Smart Meter oder zweiten Vertrag. Dein Gast steckt sein Auto an deine Wallbox, und scheint laut Wetterdaten an deinem Standort die Sonne, schaltet Stromnachbar automatisch auf deinen günstigeren Sonnenpreis — zum Beispiel 20 statt 30 Cent. So läuft es:
- Einmal aktivieren. In den Einstellungen deiner Wallbox das Sonnenfenster einschalten: Sonnenpreis festlegen, Standort per Klick übernehmen. Zwei Eingaben, fertig.
- Läuft von allein. Stromnachbar prüft über die Wetterdaten, wann deine Anlage voraussichtlich liefert. Bei Sonne gilt automatisch der Sonnenpreis — keine Extra-Messung, keine zusätzliche Box.
- Dein Gast zahlt weniger. Auf der Abrechnung stehen die Sonnenfenster-Kilowattstunden getrennt vom Rest, ehrlich als Wetter-Schätzung ausgewiesen.
Der Clou rechnet sich für beide Seiten: Dein Sonnenstrom bringt dir an der Wallbox deutlich mehr als die Einspeisung, dein Nachbar zahlt weniger als unterwegs. Die ganze Mechanik gibt es ausführlich auf der Seite Solarstrom teilen mit dem Sonnenfenster.
Neu: dein Gast sieht es live
Damit der günstige Moment nicht im Verborgenen bleibt, zeigt Stromnachbar das Sonnenfenster jetzt in Echtzeit an. Öffnet dein Gast den Ladelink oder die Wallbox-Auswahl, sieht er auf einen Blick, ob das Sonnenfenster gerade läuft — und wie lange noch:
So erscheint der Hinweis beim Gast — mit Restdauer, automatisch aktualisiert.
Das macht den Anreiz konkret: „Jetzt laden lohnt sich" steht nicht als Werbespruch da, sondern als aktueller Status. Du als Host siehst denselben Live-Hinweis in deinem Dashboard und in der Wallbox-Übersicht — so weißt du jederzeit, ob deine Box gerade im günstigen Fenster steht. Ist gerade keine Sonne, erscheint kein Badge; vor dem Fenster ein Hinweis „heute ab ca. 10 Uhr".
Balkonkraftwerk oder Dachanlage — für wen lohnt es sich?
Beide profitieren, nur der Hebel ist unterschiedlich groß:
Balkonkraftwerk
Speist in dein Hausnetz ein und unterstützt die Wallbox bei Sonne. Der Beitrag ist klein, aber echt — genug für einen ehrlichen Sonnen-Rabatt für deinen Gast.
Mehr dazu: Balkonkraftwerk fürs E-Auto.
Solaranlage auf dem Dach
Dein Überschuss bringt im Netz nur rund 7,78 ct. An deiner Wallbox bringt er dir deutlich mehr — und dein Gast zahlt trotzdem weniger als an der öffentlichen Säule.
Verwandt: PV-Überschuss laden und teilen.
Ist das erlaubt? Rabatt, kein Verkauf
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass man hier „Strom verkauft" und dafür eine besondere Erlaubnis bräuchte. Beim Sonnenfenster ist das bewusst anders gelöst: Der Sonnenpreis ist ein Rabatt nach unten, gedeckelt auf deinen eigenen Haushaltstarif. Du verlangst nie mehr, als der Strom dich kostet — du gibst nur weiter, was dich bei Sonne gerade weniger kostet.
Damit bewegt sich das Teilen einer Wallbox in den längst bestehenden Bahnen: Gibst du nur deine Kosten weiter, ist das Aufwendungsersatz nach § 670 BGB. Mit einem MID-Zähler und der Anerkennung der geladenen Menge durch den Gast ist auch ein Aufschlag möglich (Direktverkauf, § 6 Nr. 3 MessEV) — sauber vor allem bei wenigen festen Gästen. § 42c EnWG, das „Energy Sharing", spielt hier bewusst keine Rolle; es regelt einen anderen Fall. Eine ausführliche Einordnung steht im Beitrag Wallbox mit Nachbarn teilen: Steuer, Abrechnung, Haftung.
Häufige Fragen
Kann ich meinen Solarstrom an Ladegäste weitergeben, obwohl ich kein Smart Meter habe?
Ja. Über das Sonnenfenster lädt dein Gast direkt an deiner Wallbox, hinter deinem Zähler, mit dem Strom, der ohnehin bei dir ankommt. Scheint laut Wetterdaten die Sonne, gilt automatisch dein günstigerer Sonnenpreis — ohne intelligentes Messsystem, schon heute.
Was hat das mit Energy Sharing zu tun?
Energy Sharing nach § 42c EnWG teilt Strom über das öffentliche Netz und braucht Smart Meter und zwei Verträge — der Vorteil ist vorerst klein. Das Sonnenfenster ist der direkte Weg an deiner eigenen Wallbox, ohne Netztransport und ohne Smart Meter. Beides kann später nebeneinander bestehen; das Teilen an der Wallbox geht schon jetzt.
Verkaufe ich damit Strom an meinen Nachbarn?
Nein. Der Sonnenpreis ist ein Rabatt, kein Aufschlag, und liegt höchstens auf Höhe deines Haushaltstarifs. Du bekommst trotzdem mehr als die Einspeisevergütung von rund 7,78 ct. Auf dem Beleg ist „im Sonnenfenster" als ehrliche Wetter-Schätzung ausgewiesen, kein gemessener Solarstrom.
Woher weiß Stromnachbar, wann an meiner Wallbox die Sonne scheint?
Aus Wetterdaten für deinen Standort: Stromnachbar prüft die voraussichtliche Sonneneinstrahlung und schaltet den günstigeren Preis, sobald ein Schwellwert überschritten ist. Das ist eine transparente Schätzung, die den Tarif auslöst — kein Anspruch auf real gemessenen Solarstrom, keine Extra-Box.
Lohnt sich das auch mit einem Balkonkraftwerk?
Ja, der Hebel ist nur kleiner als bei einer Dachanlage. Ein Balkonkraftwerk unterstützt die Wallbox bei Sonne — genug für einen ehrlichen Sonnen-Rabatt. Bei einer größeren PV-Anlage ist der weitergegebene Überschuss entsprechend größer.
Mach aus deinem Überschuss mehr als 7,78 Cent
Aktiviere das Sonnenfenster für deine Wallbox: Gäste laden bei Sonne automatisch günstiger, du bekommst mehr als die Einspeisung. Free-Tarif kostenlos, 0 % Provision auf den Strom.
Kostenlos starten →Wichtig: Dieser Beitrag fasst den Stand zum Juni 2026 allgemein verständlich zusammen und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Einspeisevergütung, Rahmenbedingungen und die Verfügbarkeit intelligenter Messsysteme können sich ändern und im Einzelfall abweichen.